Papagaitaucher, der König der Insel Runde

Ich würde sagen, dass es in den tschechischen Auen und Holzen ein bisschen "überpapageitauchert" ist, trotzdem erlaube ich mir einen kurzen Artikel zu schreiben, in dem ich Sie mit meinen Gefühlen bekanntmachen möchte, die ich von der wunderschönen Insel, wie es Runde ist, habe. Und wie es meine Gewohnheit ist, nehme ich das wieder von einem anderen "Fässlein".

Für und wider
Als mich Michal wieder angesprochen hat, mit ihm in dem selben Termin wie vorletztes Jahr nach Norwegen zu fahren um die "fliegenden Pinguins" zu fotografieren, habe ich mich selbst gefragt, ob sich die Fahrt lohnt, da ich dort doch schon vor zwei Jahren war. Ich habe alles in der Ruhe ausgewertet und vorläufig meine Teilnahme bestätigt. Leider, und jetzt kann ich schon mit dem reinen Gewissen, zum Glück sagen, musste ich meine Fototechnik ausdrücklich nachfüllen, weil mit den Erfahrungen von vorletzem Jahr, war es mir klar, dass ich mit der bestehenden Ausstattung nicht erfolgreich sein kann. Canon EOS 30D + EF 100-400mm f/4,5-5,6L IS USM und Canon EOS 1DMark III + EF 300mm f/2,8L IS USM ist ein markanter Unterschied, sowohl in der Schnelle, als auch in der Zeichnung. Umso größer war die Herausforderung sich mit dieser Technik im Terrain zu "prügeln". Leider konnte ich meine Zuwächse vor der Reise nach Runde nicht ausprobieren. Ich habe mich zwar bemüht - bei dem Versuch die Bienenfresser zu fotografieren, was aber wegen dem schlechten Wetter nicht gelungen ist. Zum Glück hatte ich fünf erfahrene Fotografen zur Hand, die jederzeit vorbereitet waren mir zu raten.

 

9K1I9800 Papagaitaucher (Fratercula artica)

 

 

9K1I4125 Der Austernfischer (Haematopus ostralegus)

 

9K1I3982 Der Austernfischer (Haematopus ostralegus)

 

Die Reise, die unendlich schien.........
Die Reise nach Norwegen ist immer mit den Fragezeichen umgeschlossen. Das Gefühl, dass ich etwas vergessen habe hat mich nicht in der Ruhe gelassen und gleich nach der Ankunft bei Michal habe ist festgestellt, dass mir die künstlichen Nachstellungen für die Angelfischerei fehlen. Und deshalb weiße ich schon, dass ich das Angeln auf Runde vergessen kann, und so lasse ich die Rute mit der Angelrolle zu Hause. Der Treffpunkt war wie vorletztes Jahr in Prag auf der Schwarzen Brücke. Tibor und Martin fahren aus Mähren und Jirka mit Jirka M. aus Südböhmen. Nach der Verlagerung des Gepäcks ins Auto (Ente) starten wir - Richtung Rostock. Das andere Fragezeichen ist, ob wir die Fähre rechtzeitig erreichen. Die unerwarteten Komplikationen auf der Autobahn in Deutschland würden uns die kostbaren Minuten kosten und die Befürchtung, dass wir die Fähre verpassen war so groß, dass sich Michal hinter den Steuer gesetzt hat und er führte uns wie immer seine zwölfstündige schnelle Fahrt vor. Aus Rostock fahren wir um zwei Stunden früher ab, als der ursprüngliche Plan war, was uns alle freut. Die Schifffahrt ist ohne Probleme durchgelaufen, und nach der Ausschiffung nehmen wir die Richtung Kopenhagen. Etwa nach 50Km fahren wir auf die Autobahn an, auf der wir uns bis zum Norwegen halten werden. Es ist eine erschöpfende und unendliche Reise. Um ein bisschen Abwechslung habe ich in Göteborg gesorgt, ich würde es "das tschechische Mäuschen" nennen. Ich bin in der falschen Spur gefahren und in der letzen Sekunde habe ich die Spur doch noch gewechselt. In dem Moment haben sich einige schwedische Autohupen ertönt und auch der Leiter unserer Exkursion Michal hat geschimpft. Leider hat er nicht gemerkt, dass ich mit meiner Ungeschicktheit etwa 30 Autos lange Kolonne überholt habe. Die letzten 400Km waren wirklich zur Strafe und mit dem Blick ins Auto konnte man sehen, wie alle Beteiligten müde sind. In dem Moment würden uns nicht mal die Michalschlager aus der Zeiten der ersten Republik wecken, wer es erlebt hat, der weißt, worüber ich spreche. Vor der sich nähernden Fähre in Norwegen wäre es gut die zwei märchenhaften Wesen zu erwähnen und zwar eine Meduse, die so groß wie einen Fußball war und einen weißen festländischen Walfisch. Von Runde trennen uns nur noch einige zik Kilometer und wir alle freuen uns schon auf den Augenblick, bis wir die richtige Insel sehen. Warum die Richtige?? Weil der Leiter der Exkursion, auch über das strenge Verbot von den Hasardspielen während der Reise, um 10 Euro gewettet hat, dass die Insel vor uns, unsere erträumte Insel ist. Leider ist es nicht so und ich bin um 10 Euro reicher, die ich aber bis jetzt nicht gesehen habe. Dennoch hat uns die Rede des Exkursionsleiters (Jirka hat es dokumentiert) so zum Lachen gebracht, dass in dem Moment keine von uns die Müdigkeit gefühlt hat, die uns nach der 26 stündigen Fahrt überfallen hat.

 

9K1I9514 Jiří­ Zají­c beim Relax

 

9K1I9818 Martin Mecnarowski, ein zufriedener Blick bei dem Fotografiern der fliegenden Papagaitauchern

 

9K1I4651 Tibor Popela im Einsatz an der Küste

 

Der Weg hinter uns, jetzt nur noch "Gemütlichkeit"
Unterwegs plane ich, wie ich mich gleich nach der Ankunft, auf dem Weg zu dem "Papagaitaucherberg" mache und wie ich die neuen Fotoaufnahmen genießen werde. Doch da war die Müdigkeit noch gar nicht zu merken, und so war die Realität letztendlich ganz anders. Nachdem wir das Gepäck ins Hotel gebracht haben, habe ich einen Blick auf das Bett geworfen und in dem Moment war es mir klar, dass ich mich ausruhen muss. Auf einmal waren "das Papagaietaucherberg" und die Fototechnik so zu sagen, wie gestohlen für mich. Es hat nicht lange gedauert und ich habe mich zufrieden ins Bett gelegt. Nebenbei, wir waren in derselben "Hüte" wie vorletztes Jahr, was für den Aufstieg auf den Höhepunkt der Insel ideal war. Das Fotografieren wollte ich maximal genießen. Die Planung vor der Abfahrt, aber auch die auf der Stelle hat sich als nutzlos gezeigt. Natürlich der erste Anzeiger, was wir heute fotografieren werden, war das Wetter, das auf der Insel so wechselhaft ist, dass es sich in einer Stunde hundertprozentig wechsel kann. Der zweite Anzeiger, mindestens für mich, war die momentane Müdigkeit. Es gab aber Tage, an denen ich auch dreimal auf den Höhepunkt hinaufgeklettert habe, was sich aber gesetzlich am nächsten Tag gezeigt hat, besonders zur Ende der Woche, wo die Müdigkeit gewachsen ist. Wenn ich das Wetter bewerten sollte, hat die ganze Woche ein sehr unangenehmer Wind geblasen, der vor allem auf den Bergspitzen stärker war. Praktisch die ganze Woche war es neblich und das besonders morgens und abends, also hatte es keinen Sinn auf den Höhepunkt der Insel hinaufzuklettern, den wir "view point" genannt haben.
Nur für die Vorstellung, nach der Rückkehr von dem Papagaitaucherberg und dem ganztägigen Fotografieren, habe ich mit Jirka verabredet, dass wir versuchen werden, die Nachtlandschaft zu fotografieren. Wenn ich die Wahrheit sagen soll, diese Sorte von Aufnahmen beherrsche ich nicht zu viel. Nachdem wir die Energie, in den Form Spaghetti ala Bolognese, geschöpft haben, haben wir uns um ein Uhr morgens auf die Küste mit riesigen Wellen gebracht. Wir haben uns bis halb vier aufgehalten und haben beide einige Aufnahmen gemacht. Nach der Absprache sind wir zu dem Abschluss gekommen, dass es eine große Schade wäre den Sonnenaufgang zu verpassen, also hat uns ein weiterer Aufstieg auf den Berg erwartet. Vom vorletzten Jahr habe ich eine Stelle gekannt, auf der ich versucht habe die Aufnahmen des Sonnenunterganges anzufertigen, nur die Fotos waren nicht nach meinen Vorstellungen. Und gerade für den Sonnenaufgang war die Stelle mehr als ideal. Nach dem Eintreffen auf das gewisse Ort haben wir die Technik vorbereitet, haben uns ins Gras gelegt und auf die Sonne, die um 4.10 Uhr aufging, gewartet. Jirka hat sich eine Zigarette angezündet und wir haben einfach nur gelegen....."das ist ein Behagen", habe ich gesagt.. Die Sonne hat sich auf die Welt vorgedrängelt und unsere Gesichter waren wie geklebt auf unseren Fotoapparaten. Wir haben wieder einige Aufnahmen gemacht und auf dem Heimweg, haben wir die fliegenden Algen gesehen, also ein weiterer Verdikt - wir gehen noch die Algen fotografieren. Wir hatten zwar fast keine Kraft mehr, aber eine Alge in der Morgensonne muss ich haben. Ungefähr nach 200m hat eine Alge auf einem großen Stein gesessen, aber der Blick nach Osten hat in uns die Panik ausgelöst. Die sich nähernden Wolken können uns doch die Fotografien nicht verderben, und so schauen wir uns mit Jirka an, die Rucksäcke fliegen zum Boden und wir rennen zu dem großen Stein, wo die Alge so schön posiert. Leider war sie abgebrüht und so stand sie dort wie eine Henne, obwohl wir zu ihr auf anderthalb Meter nähergekommen sind. Zuallerletzt hat sie die Sonne hinter eine Wolke versteckt und es war wörtlich stockdunkel. Es ist uns nichts anderes übrig geblieben, als ins Hotel zu gehen, zu frühstücken und sich ins Bett hinzulegen. Es war 7:00 Uhr morgens, als ich endlich im Bett war und da habe ich noch gar nicht geahnt, dass ich um 10:30 wach seine werde und fange an zu überlegen, wo ich heute wieder zum Fotografieren hingehe :)

 

9K1I8857 Die Große Raubmöwe (Stercorarius skua)

 

9K1I2415 Die Jagd der Basstölpel am Meer

 

9K1I4652 Jiří­ Zají­c, der an der Küste posiert

 

 

1DMK7350 Der Blick in das Innere von Michals EF 800mm

 

Wie auf der Schaukel
Wir haben für Montag um 18:00 Uhr ein Ausflugsboot gebucht, wir hatten vor die geflügelten Bewohner der Insel zu fotografieren, für die unsere Technik zu kurz ist, oder zu denen haben wir keinen Zutritt. Und da hat noch keiner von uns geahnt, was alles auf uns bei dem Ausflug wartet. Nach der kurzen Begrüßung mit unserem Kapitän und nach der Spezifizierung worum es uns geht, ging es los zu den Westklippen der Insel Runde. Auf den Booten sind 9 Fotografen (außer uns fährt noch Zdeněk Souček und Å tefan und Lenka mit). Wenn wir den Ostzipfel vergehen, öffnet sich vor uns ein Blick, der wir nur von der Vogelperspektive kennen. Es ist ein ganz anderer Blick, der in mir eine viel größere Stimmung des Lebens von den Klippvögeln ausgerufen hat. Umso mehr wir uns dem Papagaitaucherberg nähern, desto größere Konzentration von den Papagaitauchern wir sehen. Die Aufgabe ist klar. An die Papageitaucher so nahe zu kommen, wie es geht. Leider ist auch das Objektiv 300mm/f 2,8L IS USM mit dem dyadischen Extendier kurz und so fahren wir nach einigen nicht gelungenen Versuchen weiter. Wir fahren längs die Riffe und auf einmal erscheint vor uns ein aus dem Meer hervorstehender Felsen, auf dem sozusagen ein Kampf um den Platz ist. Auf dem Felsen drücken sich die Algen, die Kormorane, die Lummen, also nach der Absprache mit unserem Kapitän bleiben wir eine Weile hier. In dem Moment, wo wir uns dem Felsen näheren, ist ein durchaus einzigartiger Klang von den Fotoapparatveschlüssen zu hören. Außerdem kann man von unserem "Leiter" die Befehle zu dem Kapitän "direkt, back, little left" usw. hören. Nach der Füllung beinahe der Hälfte von 16GB Karte fragt uns der Kapitän, ob wir auch noch die Adler sehen wollen und so verlassen wir die Stelle der posierenden Vögeln. Der Blick auf die schwebenden Adler war märchenhaft. Aber das Beste und ich erlaube mir zu sagen, dass das Beste an dem ganzen Tag sollte noch kommen. Unsere Blicke haben sich auf das breite Meer konzentriert, wo sich die Schar der Tölpel zur Jagd vorbereitet hat. Diese Vorstellung habe ich noch nie im Leben auf die eigenen Augen gesehen, nur in den Dokumentarfilmen im Fernseher. So ist es kein Wunder, dass ich mich wie ein kleiner Junge gefreut habe. Noch bevor wir uns von den Riffen entfernt haben, hat uns der Kapitän gesagt, dass wir uns festhalten sollen und gleich danach folgte eine raue Fahrt durch die riesigen Wellen. Als auf uns eine riesige Welle von der Seite kam, hat es mit uns so geschaukelt, dass ich eine Weile darüber nachgedacht habe, was ich machen werde, wenn ich mich gleich im Wasser klatschen werde :) Mit einer Hand, habe ich mich an irgendetwas auf dem Boot festgehalten um mit der zweiten Hand habe ich meine Technik gehalten. Diese Adrenalin Fahrt hat einige Minuten gedauert, bis wir uns so gedreht haben, dass die Wellen ins Heck gestoßen haben, was die Befreiung war. Wenn wir direkt in der Schar waren, habe ich festgestellt, dass ich zu "lange" bin und es entstehen viele Aufnahmen mit abgeschnittenen Flügel. Nicht im Traum ist mir eingefallen den Extendier abzunehmen, dass würde sich dem unfreiwilligen Baden im Meer gleichen. Trotzdem sind einige Aufnahmen mit fliegenden Tölpeln entstanden. Nach einigen Minuten höre ich auf zu fotografieren und mit der Begeisterung sehe ich der Jagd der Tölpel zu. Mit einem Wort fantastisch und ich würde allen wünschen es zu sehen. Auf der Rückfahrt sind wir alle voll von Eindrücken und wir diskutieren die schlimmsten Szenare durch. Obwohl es kein Spaziergang in dem Rosagarten war, war ich nicht alleine, der sich diese Reise gerne wiederholen würde. Es hat sich jedenfalls gelohnt.

 

_MG_8213 Der Nachtslandschaftversuch I.

 

_MG_8201 Der Nachtlandschaftversuch II.

 

9K1I8152 Die Landschaft, die Insel Runde

 

9K1I8151 Der Blick auf das "Papagaitaucherberg"

 

Nur noch Erinnerungen
Es war wieder eine ausgezeichnete Woche, wenn sich so eine super Gruppe von Leuten trifft, wie in diesem Falle, hat man sich an was zu erinnern. Auf die negativen Sachen, der nur wenig waren, vergisst man ganz schnell und danach hat man im Kopf nur noch die wunderschönen Erlebnisse. Wenn ich nochmals die Möglichkeit haben werde die Insel zum letzen Mal (never say never) zu besuchen, werde ich keine Minute zögern. Immerhin sind Sachen, die ich noch nicht fotografiert habe und ich werde zu denen gerne zurückkehren. Hiermit möchte ich mich bei allen Beteiligten für die wunderschöne Woche bedanken.

 

9K1I4647 Behagen, Ruhe, Zigarette......... Jiří­ Zají­c + Tibor Popela

 

1DMK7292 ..fast unsichtbarer Martin Mecnarowski bei der Bemühung den Austenfischer zu "fangen"

 

Mit diesem Foto würde ich es wieder beenden. Von Jiří­ Zají­c, Michal Jirouš (Exkursionleiter), ich, Martin Mecnarowski, Jiří­ Mí­chal a Tibor Popela

 

parta hic Der Schreck der Insel Runde

 

Die weiteren Fotografien von der Insel können Sie sich in der Galerie ansehen.