Langfühlerschrecken oder Kurzfühlerschrecken?

Langfühlerchrecken und Kurzfühlerschrecken (Ensifera a Caelifera) hat man schon immer für eine Ordnung gehalten - Geradeflüger. Es gibt aber genug Hinweise für ihre Trennung in zwei selbständige Ordnungen. Und weil man oft "die beiden" verwechselt, habe ich mich entschieden, diesen Artikel zu schreiben, der in der Kürze die Hauptunterschiede zwischen Ensifera und Caelifera beschreiben wird.

Langfühlerschrecken - (Ensifera)

Langfühlerschrecken (Ensifera) teilt man in drei umfassende Unterordnungen und zwar: Laubheuschrecken (Tettigonioidea), Grillen (Grylloidea) und Heuschrecken (Gryllacridoidea). Die ersten zwei Erwähnten leben bei uns in der freien Natur. Die Heuschrecken sind nur in den Gewächshäuser den botanischen Gärten zu sehen. Weltweit sind 8000 Arten bekannt.

Körperstruktur: Die Körperlänge der Tiere beträgt maximal 50 mm, der Körper ist von den Seiten ein wenig flächenhaft. Der Kopf ist nach unten gedreht und da befinden sich die langen Antennen, die häufig die Körperlänge überspannen. Die Tiere besitzen kleine Facettenaugen und kauend-beißende Mundwerkzeuge. Zwei Paare unterschiedlicher Flügel. Eine bedeutende Funktion im Leben der Langfühlerschrecken haben die Beine, die Hinterbeine sind sehr massiv und sind wichtig bei dem Springen. Der Fuß ist bei den meisten Arten vierteilig, bei den Grillen dreiteilig. Die Weibchen tragen häufig ein langes Legerohr oder einen "Legesäbel" (Ovipositor) am Hinterende, mit dem sie die Eier ablegen können.

 

 

Vorkommen: Sie bewohnen verschiedene Biotope. Den Waldrand, die Waldlichtung, die Wiesen, die Felder, die Gärten, die bewaldete Abhänge usw. Sind insgesamt wärmeliebend, der Zeitraum des Hauptvorkommens fällt ins Hochsommer und Frühherbst. Die Mänchen besitzen ein so genanntes Stridulationsorgan mit dem sie in der Lage sind, Laute zu erzeugen. Beim Singen werden die übereinandergelegten Vorderflügel gegeneinander bewegt. Manche Arten kann man nach der Stridulation erkennen.

Nahrung: Die Nahrung ist nicht bei allen Gruppen der ganzen Ordnung einheitlich. Viele Langfühlerschrecken sind raubgierig und jagen die Fliegen, die Käferlarven, die Schmetterlinge und deren Eier. Die Grillen und einige Heuschrecken sind die Grasfresser. Der Reitwurm ist ein Allesfresser. Er jagt Insektenlarven, verschiedene Wurme und frisst auch die saftigen Wurzeln ab.

 

 

 

Kurzfühlerschrecken - (Caelifera)

Die Lebensweise dieser Ordnung ist viel einheitlicher als die Langfühlerschrecken. Sie teilen sich in zwei "Familien" Acridioidea und Tetragioidea. Weltweit sind mehr als 10000 Arten bekannt, bei uns ungefähr 40 Arten und in der Slowakei um einige Arten mehr.

Körperstruktur: Die Körperlänge der Tiere ist etwa 40 mm, es sind aber Arten, wie z. B. Wanderheuschrecken (Locusta migratoria), die bis zum 60 mm groß werden können. Der Körper ist von den Seiten flächenhaft und die Kurzfühlerschrecken sind am meisten braun, grünbraun bis grünlich. Facettenaugen sind deutlich sichtbar, manchmal sind auch die einfache í„ugleine (ocelli) anwesend. Die Antennen sind relativ kurz und manchmal keulenartig verdickt, und die Länge steigt nicht den Kopf und die Vorderbrust über. Die Flügel sind meistens entwickelt, manche Arten sind aber "kurzflügig". Sie haben zwei Paare unterschiedlicher Flügel. Die Hinterflügel sind oft gefärbt (rot, rosig, gelb und blau). Die Kurzfühlerschrecken bewegen sich mit langsamen Schritten, im Falle der Gefahr sind die fähig einen langen Sprung zu unternehmen. Im Grenzfall können sie sogar fliegen, aber nicht weit.

Vorkommen: Sie bewohnen am meisten das offene Gelände, bei uns sind es die Wiesen, die Weiden, der Wadlrand, die Lichtung und die Gärten. Sie halten sich am meisten im Gras und niedrige Vegetation auf. Am lebhaftesten sind die an den sonnigen Tagen und im Frühherbst.

 

 

 

Nahrung: Fast alle Kurzfühlerschrecken sind Pflanzenfresser und ernähren sich primär von Gräsern und Kräutern.


Langfühlerschrecken und Kurzfühlerschrecken entwickeln sich durch unvollständige Verwandlung. In der unvollständigen Verwandlung folgen drei Entwicklungsetappen: das Ei - die Larve (Nymphe) - Imago (erwachsenes Wesen). Die Larve häutet mehrmals und mit dem zunehmendem Alter ist dem Imago änlicher. Meistens 5 Larvenstufen. Aus der letzten Stufe schlüpft ein erwachsenes Wesen aus, das sich von der Larve mit den regulären Flügel, der Geschlechtsorganen, und der Größe unterscheidet. Bei diesem Ablauf der Entwicklug gibt es keine Ruheperiode, die Entwicklung läuft im Grunde ohne eine Unterbrechung durch.

Das Weibchen der Kurzfühlerschrecken lägt die Eier in die ausgegrabener Löcher ein, zusammen mit den Eiern kommt das Sekret aus, der die ganze Gelege schützt. Die frisch ausgekrochenen Larven kommen aus der Erde hoch und machen sofort die erste Häutung durch.

 

Hauptunterschiede

Langfühlerschrecken: Lange Antennen, länger als der Körper. Ein langes Legerohr am Hinterende (die Weibchen). Allesfresser (jagt winzige Insekten).
Kurzfühlerschrecken: Kurze Antennen, die den Kopf nicht übersteigen, sind ohne des Legerohrs und es sind Grasfresser.

www1.osu.cz/orthoptera - Webseiten, die sich der Ordnung Geradeflügel widmen.