Florida mit Augen eines Amateurfotografs

Ich werde versuchen innerhalb von einigen Monaten die Fotografien von Florida zu präsentieren. Ich werde jeweils eine Fotografie veröffentlichen + ein paar Zeilen dazu, wie sie entstanden ist, inklusive meine subjektiven Gefühle.

6.2.2010

Der Schmuckreiher (Egretta thula) - diese Fotografie ist in eine Lokalität entstanden, über die ich denke, dass sie von den allen Orten, die wir besucht haben, der Lokalität war, die wir am meisten ausgenutzt haben. Die Rede ist über Litte Estero lagoon in Fort Myers. Diese Lagune befindet sich zwischen Fort Myers Beach und dem Hotelkomplex. Vielleicht sieht es so aus, als ob die Fotografie in der freien Natur entstanden ist, aber das Gegenteil ist wahr. Das interessanteste an dem Fotografieren der Schmuckreiher war zu beobachten, wie erfolgreich sie bei dem Jagen waren. Der Schmuckreiher, watend durch die Lagune, der nach seiner Beute bewegungslos lugt, benutzt eine sehr tückische Methode, in der er mit einem Fuß die Krustentiere von dem Boden der Lagune vergrämt. Die Garnele, die in dem Pflanzen- und dem Meergrasgewirr versteckt war, nimmt Ihre Beine in die Hand, nachdem sich die Schmuckreiherpratze wörtlich im Garnelen Wohnzimmer befindet. Unmittelbar darauf mit schnellem und genauem Angriff endet die Garnele in dem Schnabel des Schmuckreihers. Nach einigen Luftpurzeln, wo sich der Schmuckreiher die Mühe gibt den Kopf der Garnele von dem Körper zu trennen, endet die Garnele in dem Kropf.

Mehrmals habe ich mich dabei erwischt, wie ich anstelle zu fotografieren, diesen Vorgang durch den Sucher nur beobachtet habe. Der Platz zum Fotografieren war gar nicht gemütlich. Wir haben von einem sanften Hügel fotografiert, natürlich im Liegen, schön vom Boden. Nach eine halben Stunde hat mir mein Körper gesagt, dass es jetzt genügt. Mein rückgebeugte Kopf und die Ellbogen, die in dem Sand eingesunken waren, haben ihre gemacht. Zum Glück gab es kein Mangel den watenden Vögeln und so konnten wir uns eine kleine Pause gönnen. Es gab immer etwas Interessantes zum Fotografieren. Das Einzige, was ich wirklich nicht bedauere ist, dass ich mir meine Goretexbekleidung der Marke Tilak zugepackt habe, die mich vor dem Sand, dem Salzwasser und dem unangenehmen Wind beschützt haben. Ab und zu habe ich gar nicht geglaubt, was alles diese Bekleidung aushält und ich denke, dass ich aufstehend, umgewickelt von nassem Sand zu einer Attraktion für die sich sonnenden Rekreanten wurde.
Das beigelegte Foto charakterisiert den allabendlichen Vorgang in der Lagune und mir gefällt vor allem die Farbwiedergabe und ihre Aktion.

 

9K1I9906 Der Schmuckreiher (Egretta thula)

 

9. 2. 2010

Der Kaninchenkauz (Athene cunicularia) - Als ich mich mit Michal unterhalten habe, was wir eigentlich in "der" Amerika fotografieren werden, kam es die Rede auch auf den Kaninchenkauz. Nicht mal in den Träumen ist mir eingefallen, dass so ein fotogenisches Wesen so einen Platz wie Cape Coral bewohnen kann - eine verkehrsreiche und bungalowsvolle Gegend. Und das Wichtigste sollte noch kommen. Michal sagte: "schau, es soll neben eine Bibliothek fotografiert werden". Na und wie es meiner Gewohnheit ist, versuchte ich mir eine Vorstellung der Stelle zu machen. Wenn ich offen sein soll, meine Vorstellungen haben mich nicht gerade überzeugt und meine innerre Stimme hat mir vorgesat, dass es nichts für mich sein wird. Zum Glück habe ich mich nicht nach meiner inneren Stimme gerichtet, heute bin ich mir sicher, dass ich es bedauern würde.
Nach der Ankunft ans Ort haben wir festgestellt, dass alle Höhlen, die wir besehen haben, sehen verlassen aus. Wir warten nicht und fragen den "í–rtlichen", ob sie einen Kaninchenkauz gesehen haben. Wir bekommen aber keine Antwort. Und wenn wir einen Blick auf die drei Typen werfen, stellen wir fest, dass wir sie bei der Nachmittagssiesta gestört haben. Die THC Rauchwölkchen, die sich über denen geschwoben haben, hatten einen sehr ausführlichen Wert :). "Sag mir nicht, dass keine von den zehn Höhlen bewohnt ist", kam aus dem Michalsmund raus und so hat er noch eine symbolische Runde nach der "amerikanischen Art" schön im Auto gedreht. Letztendlich finden wir doch einen Kaninchenkauz und so entstehen die ersten Fotos. Die Fotoaparatverschlüssen klingen wie verrückt und vier Fotografen umlagen eine Höhle. Ich denke, dass sich die Einheimischen mit "Jäger ohne Waffen" schon eingelebt haben. Der deutliche Beweis war der nächste Tag, als wir gleich morgens das beste Licht fangen wollten, wass uns übrigens gelungen ist, und bei dem Laufen von einer Höhle zu einer anderen hat uns der "Amerikana" der irgend etwas in seine Garage gebastelt hatte, gar nicht gemerkt.
Obwohl die Kaninchenkäuzen sehr scheu waren, hat es uns gelungen ein paar Aufnahmen zu machen und auf diesem Foto zeigt uns der Kaninchenkauz genau, dass er mit unserer Anwesenheit nicht gerade einverstanden ist.

 

9K1I0865 Der Kaninchenkauz (Athene cunicularia)

 

22. 2. 2010

Der Braunpelikan(Pelecanus occidentalis) - Morgens klingelt der Wecker und vor uns steht ein weiterer Tag voller fotografischen Erlebnise. Diesmal haben wir vor das Sanibel Island zu besuchen. Nachdem wir die Frühhygiene hinter uns haben und nachdem wir betriebsfähig sind, machen wir uns auf den Weg - Richtung die Pumpe. Hier frühstücken wir wie üblig und wenn wir das Gefühl haben satt zu sein, fahren wir 20 Minuten auf die Insel. Nach der Ankuft auf den Parkplatz und nach dem Bezahlen der Parkgebühr, bewegt sich unsere Gruppe zu dem sanndigen Strand. Hier befinden sich einige von heimischen Sammlern, die mit den gründlich durchgearbeiteten Zangen bei der Ebbe die Krustentiere sammeln. Es sind nur noch wenige Minuten vor dem Sonnenaufgang und wir sind beinah auf dem Molo, auf dem sich ganz viele Fischer befinden. Auf dem Weg sehen wir die Seeschwalben, die Wasserläufer, die Möwen, die Regenpfeifer, die Sandstrandläufer. Während die ersten "Expositionsprallschusse" (die ersten Aufnahmen) entstehen, tauscht Zdeněk den Objektiv für einen Weitwinkel um. Fort Myers, von uns einige Kilometer entfernt, bildet ein interessantes Schattenbild, welches die gerade ausgehende Sonne noch bekräftigt. Ein wunderschöner Blick. Ich wundere mich nicht, dass er den Objektivumtausch bei den nicht gerade günstigen Bedienungen eingeht, es lohnt sich nämlich.
Aus der Entfernung beobachte ich die Braunpelikane. Wo sind die Fischer, da sind die Fische, wo sind die Fische, da sind die Vögel. Das ist eine klare Regel. Der Braunpelikan ist ein stattlicher Vogel mit der Spannweite der Flügel über zwei Meter. Ich wundere mich, wie er irgendetwas fangen kann. Als sich dieser Koloss von der Spiegelfläche loslöst und sich kopfüber aus einigen Metern ins Meer stürzt, erinnert es mich auf die Jagd der Basstölpel am freien Meer, die ich bei dem Fotografieren in Nordwegen beobachten konnte. Ab und zu sah es für mich so aus, als ob er sich nur so zufällig ins Meer stürzen würde und nur dank seinem großen Schnabel und dem Kehlbeutel in dem er einen Unterdruck bildet, saugt er zusammen mit dem Wasser auch die winzigen Fischleine ein, die er dann durch die Ausquetschung des Wassers über den halb geöffneten Schnabel filtriert.
Es sieht so aus, als ob wir nur die Vögel fotografiert hätten, aber so ist es nicht. Darüber aber das nächste Mal wieder.

 

9K1I7221 Der Braunpelikan(Pelecanus occidentalis) 9K1I7101 Der Braunpelikan(Pelecanus occidentalis)

25. 2. 2010

Erythemis vesiculosa - Wie ich schon erwähnte, die Vögel waren nicht das einzige, was ich in Florida fotografiert habe. Bei der Planung, noch vor dem Abflug, habe ich mir als Aufgabe gegeben, dass ich einige Libellen- und Falteraufnahmen mitbringen werde. Die Wetteransage, besonders dann die Zusage der hohen Temperaturen hindeutete, dass unser Fotografieren ohne geringste Komplikationen durchlaufen wird. Die Temperaturen sind eine Woche vor dem Abflug auf die 26 Grad am Nachmittag gestiegen. Leider hat dieses sonnige Wetter nicht lange gedauert und nach nur drei Tagen kältete sich radikal ab. Das hat, wie ich weiß, eine fatale Auswirkung auf das Insektenvorkommen. Trotzdem ist es mir gelungen in Venice einige Kleinlibellen zu bemerken, die ich versucht habe zu fotografieren. Die Bedienungen waren nicht gerade ideal, die steilen Ufer und die Kleinlibellen, die weit von dem Ufer auf dem Wassergewächs posiert haben. íœberrascht habe ich einige Minuten danach gestarrt, als mir, ich denke Zdenek, seinen Bildschirm mit einem aufgenommenem Alligator gezeigt hatte. Und wenn ich aufrichtig sein soll, es verging mir das Lachen und Jarda, ein Freund, der mit uns gereist ist, hat mich auf die gleiche Weise provoziert, indem er auf dem Ufer ein Teichhuhn fotografierte. Die Kleinlibellenfotografien haben den Abend nicht "erlebt" und wurden kompromisslos von der Karte gelöscht.
Nach dem Strandbesuch und nach dem Fotografieren der Braunpelikane auf dem Sanibel Island haben wir uns auf dem Weg zu einer interessanten Lokalität gemacht. Und zwar J.N. "Ding" Darling National Wildilfe Refuge. Der Weg war verbunden in einen Umkreis, umgeben mit den Mangroven und dem Meer, und man konnte dort mit dem Auto fahren. Es gab auch ein Tag, an dem wir diese Rundstrecke viermal herumgefahren haben. Das Interessante war, und das vor allem am Nachmittag, zu beobachten, wie sich die Touristen (die Besucher) benehmen. Jedes Mal, als ein Auto angehalten hat und die Köpfe haben aus den Fenstern in den Mangrovenbestand gelugt, haben sich die weiteren Autos hintereinander geordnet. Klar und deutlich, den Amerikanern dürfte nichts entgehen, und sie wollten alles sehen. Einige Male haben wir uns mit den eigenen Augen überzeugt, dass es sich dort überhaupt nichts befindet.
Bei einer unserer Reise sind wir auf drei Exemplare Erythemis vesiculosa gestoßen... Binnen einiger Sekunden wurden die Objektive für die Makroobjektive umgetauscht und die Karte hat angefangen sich zu füllen. Meine Zufriedenheit ist gestiegen mit den zunehmenden Aufnahmen. Nach einigen Antworten auf die Fragen, was wir eigentlich fotografieren, setzen wir uns ins Auto und fahren nach dem besprochenen Plan weiter.

 

750 Erythemis vesiculosa

 

1. 3. 2010

Die Ohrenscharbe (Phalacrocorax auritus) - Ich wußte schon aus verschiedenen Diskussionen, dass das Gefieder in Florida nicht so scheu ist. Was ich aber wirklich nicht vermutete war die Tatsache, dass ich mit dem Objektiv Canon EF 300/ f2.8 L IS auf die minimale Fokussierungsweite fotografieren werde. Es gab Momente, an denen die Reiher, interessiert an der Krustentierejagd, ihre Umgebung ganz vergessen haben und sind auf einmal in der dichten Nähe den Fotografen, die mit dem Finger auf dem Auslöser gewartet haben, aufgetaucht. Ich kann mir nicht vorstellen den Reiher oder den Kormoran in Tschechien ohne irgendwelchen Verdeckungsmitteln zu fotografieren. Umso mehr war ich überrascht, als wir die Reservation Anhinga Trail besucht haben, die sich im Nationalpark Everglades befindet. Diese Reservation bietet im massenhaften Vorkommen den schon erwähnten Amerikanischen Schlangenhalsvogel, den Truthahngeier und die Ohrenscharbe an. Die letzten zwei erwähnten sind schon so an die Leute gewöhnt, dass ich beinahe über sie stolpere. Bei der Bemühung ein Ohrenscharbeporträt aufzunehmen, befinde ich mich in der dichten Nähe der Ohrenscharbe und nur meine Selbsterhaltung verbietet mir dieses Wesen mit dem abschreckenden Schnabel anzufassen.

Diese Fotografie habe ich wegen ihrer Farbauffassung und vor allem wegen der wunderschönen smaragdgrünen Auge ausgesucht.

 

9K1I9462 Die Ohrenscharbe (Phalacrocorax auritus)

4. 3. 2010

Der Schneesichler (Eudocimus albus) - Aus dem Nationalpark Everglades ziehen wir wieder zurück in die Lagune, wo es lebt. Auf dem sandigen Strand trippeln die kleinen Regenpfeifer, der Dreifarbenreiher läuft hin und her mit den ausgebreiteten Flügeln und jagt wie verrückt, der Braunpelikan bereitet sich gerade zur Landung und die Strandläufer stoßen ihre langen Schnabel in den Sand ein und versuchen irgendwelche Köstlichkeit herauszuholen. Ich sitze so am Strand, fühle die Sonne an meinem Rücken und von der Ferne höre ich wie die Wellen aneinander stoßen. Es dauert nicht lange und ich plansche zusammen mit dem Gefieder im Wasser. Während sie jagen, ahnen sie nicht, dass sie "gejagt" sind. Es ist eine Stunde vor dem Sonnenuntergang und ich sehe in der Ferne, wie sich zu uns eine Kette mit zwanzig Stück der Schneesichler nähert. Nach der Landung brauchen sie einige Minuten um sich herumzuschauen und danach zeigt dieses "Stichelkommando", wo seine Kraft steckt. Systematisch brechen sie den Grund der Lagune um und ziehen ein Krustentier nach dem anderen. íœberwiegend handelt es sich um die kleinen Krabben. Es ist ein wunderschöner Anblick und ich genieße jeden Moment. Unweit lauert der Schmuckreiher und kompromisslos nimmt dem Schneesichler seinen Fang ab. Leider ist diese Szene auf der Tagesordnung, aber obwohl die Reiher ab und zu etwas stehlen, sind die Schneesichler sehr erfolgreich und keinesfalls leiden sie am Hunger.

 

ibisgd Der Schneesichler (Eudocimus albus)

16. 3. 2010

Der Sandstrandläufer (Calidris pusilla) - Fang dir deinen Würmlein, so könnte man diese Fotografie nennen. Dieser Anblick in der Form vom verschiedenen Sumpfvogeln hat uns auf der Insel Sanibel erwartet. Der Strand, auf dem wir gegangen sind, war voll bedeckt mit den Muschelschalen von den verschiedenen Krustentieren. Ab und zu kam es mir so vor, als ob wir im Glas gehen würden. Das konnten die Sumpfvögel, die die ganze Küste gesäumt haben, hervoragend ausnutzen. Unter der Oberfläche befindet sich nämlich viel Futter und das wissen die Sandstrandläufer und die Regenpfeifer sehr gut. Wenn ich sie durch den Sucher, schön von dem Boden, beobachte, erinnert mich das an eine Nähmaschine. Sie sind sehr schnell und flott und drehen mit ihren Schnabeln immer etwas um und ziehen es aus dem Boden heraus. Diesen Schlingel ins Bildfenster zu bekommen benötigt schon ein bisschen Kunst. Letztendlich war die beste Methode sich hinzulegen und darauf warten bis seine "edel Hoheit" langsam zu uns trippelt.

 

9K1I7380 Der Sandstrandläufer (Calidris pusilla) 9K1I7019 Der Sandstrandläufer (Calidris pusilla)

 

Weitere Fotos sind in der Galerie anzuschauen.